Rant: Die kleine Hexe und die Sprachpolizei

Bis zur nächstem Talk dauert es noch ein wenig. Bis dahin will Anatol dringend aber noch was zu den Plänen des Thienemann-Verlages sagen, die “Kleine Hexe” von Otfried Preußler mit dessen Zustimmung zu modernisieren. Ein Rant von 20 Minuten.

4 Kommentare

  1. 1

    Super, auf den Punkt bzw. diverse Punkte.

  2. 2

    […] eigener Anatol Stefanowitsch hat für THEMEN UND KÖPFE einen Podcast zur sprachlichen Modernisierung der "Kleinen Hexe" von Otfrid Preußler gemacht, nachdem die Geister, die er rief, tatsächlich aufgetaucht […]

  3. 3

    Vielen Dank für diesen Rant. Ich bin fast vom Stuhl gefallen als ich vorgestern sehen musste, dass der Müller-Ullrich Kommentar wohlwollend auf den (von mir sonst als links-progressiv wahrgenommenen) nachdenkseiten verlinkt wurde. Ich habe dort jetzt mal Links zu diesem Podcast und zu den Pippi-Langstrumpf Einträgen auf dem Sprachlog hingeschickt; vielleicht hilft’s ja was.

    as mir noch aufgefallen ist: Müller-Ullrich tut so, als würden wäre es die Intention des Verlags, alle früheren Versionen des Textes suchen und verbrennen zu lassen und systematisch jeden Fall von Rassismus aus sämtlichen literarischen Werken der Welt zu entfernen. Dabei ist ja Preußlers Originalversion, wenn man darauf besteht, 9-jährigen unbedingt nicht entnegerisierte Werke vorlesen zu müssen, immer noch verfügbar. Mit der Verwendung der Begriffe “Sprachpolizei” und “Säuberungskampagne” impliziert er ja auch, dass da eine quasi-staatliche, allumfassende Autorität am Werk ist.

    “Es gibt keine Neger und keine Zigeuner mehr, weil ihnen früher Böses angetan wurde und sie sich durch die Benennungen daran erinnert fühlen.”
    Dieser Satz íst einfach unglaublich. Mein Gott, ihr Neger und Zigeuner, jetzt habt euch halt mal nicht so. Wie Anatol schon sagte: Ja, wenn systematisch verfolgte Gruppen sich durch Begriffe daran erinnert fühlen, dann ist das Grund genug diese Wörter nicht mehr zu verwenden, vor allem, da sie ja immer wieder die dahinterstehende Klassifizierung wiederholen und bestärken. Noch unglaublicher finde ich aber die Implikation, heute gäbe es das alles nicht mehr. In was für einer Welt lebt dieser Mann denn? (Um meine rhetorische Frage selbst zu beantworten: vermutlich in einer sehr priviligierten.)

  4. 4
    Antonius Reyntjes

    Der Prof. A. St. schwafelt sich um seinen eigenen, rassistischen Bart.
    Kinderbücher von Lindgren oder Preußler sind nicht rassistisch… Er “spielt” nicht nur den Inquisiteur, sondern verschafft sich auch mit Klamauk eine absurde Debatte. Dort fehlt es an aufklärerischer Bildung, da nur der Prof. seinen Antisemitismus oder Antirassismus oder Antifaschismus als Ursprung und Wirkung und Möglichkeiten allen Erzählens und Spielens garantieren will.
    Er ist kein Provokateuer, sondern will z.B. den (effektvollen, aber sprachhistorisch sinnollen) Müller-Ulrich-Text als rasistisch hinstellen, weil er den Rassismus-Austreiber – den Diabolos – spielen möchte, in seinem Theater!
    Nein, in Literatur kennt er sich nicht aus; er hat keine literaturwissenschaftliche Ausbildung, benutzt nicht Text- und Erzählanalyse, sondern reitet sich in seinen selbst abgeclaimten Rassismsu-Sumpf.

Antworte auf Carsten

Bitte benutze Gravatar!